„Die „stille Geburt“ unseres Sohnes Theodor Leon Kessler veränderte unser Leben“ – Ein bewegendes Interview

Das Leben ist nichts für Feiglinge, denn es hält manchmal auch tragische Momente bereit. Die „stille Geburt“ hat das Leben der 28-Jährigen Katharina Kessler und ihrer kleinen Familie verändert. In diesem Interview erzählt Sie mir Ihre persönliche Geschichte. Denn diese Erfahrungen können auch anderen Frauen Mut machen und Halt geben.

Interview vom 4.02.2020

Erfahrungen mit einer “stillen Geburt”

 

Karolin von Kliniktasche-geburt: Hallo Katharina, ich freue mich, dass du anderen Betroffenen Frauen die Möglichkeit gibst, an deiner Geschichte teilzuhaben.

Ich würde mich freuen, wenn du dich vorstellst und von dir und deiner Erfahrung mit einer „stillen Geburt“ erzählst.

Katharina: „Gerne.

Ich bin Katharina Kessler und komme aus dem schönen Waldecker Land in Hessen. Ich bin 28 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines bald 3-jährigen Jungen. Zurzeit befinde ich mich in der 22+0 SSW (04.02.2020). Wir bekommen einen Jungen. Ich habe mehr an Gewicht zugelegt, was aber für meine Schwangerschaften nicht ausschlaggebend war.

Zusätzlich ist meine Blutgruppe 0 Rhs negativ. Wo ich bei Blutungen und Fehlgeburten immer meine Anti-D Prophylaxe gespritzt bekomme. In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich schon Probleme mit Blutungen durch Hämatome, empfindlicher Muttermund und unerklärliche Ursachen. Aber es ging alles gut aus und wir bekamen bei 39+0 SSW spontan unseren ersten Sohn im Februar 2017.

Mein Wochenfluss war genau acht Wochen lang. Ich habe die Mütter beneidet, die eher keine Blutungen mehr hatten. Stillen lief auch super. Allerdings nur drei Monate, da es mehr Stress war.

2018 haben mein Mann und ich beschlossen, noch ein zweites Kind zu bekommen. So wurde ich im August 2018 schwanger, doch leider hat sich das Baby nicht entwickelt und ein Herz sah man bis zur 9. SSW nicht. Aber es wuchs durch meinen Kreislauf.

Ich hatte auch seit Beginn mit Blutungen zu kämpfen. So hat meine damalige Frauenärztin dann die Überweisung zur Ausschabung gegeben. Diese war am 21.09.2018.(Unser Sternenkind) Die Chance es natürlich geschehen zu lassen, erklärte sie mir nicht. Ich dachte, dass das so üblich ist. Ich habe ihr vertraut.

Daraufhin wurde ich relativ schnell wieder schwanger, das war im November. Die Schwangerschaft lief von vorne herein schlecht. Sie begann mit starken Blutungen und Sturzblutungen. Jeden Tag, ohne Pause. Kein Arzt konnte mir helfen. Ich bekam, trotz keiner Gerinnungsstörung Blutverdickungsmittel von meiner damaligen Frauenärztin. Sie halfen nicht, sicherheitshalber sollte ich sie dennoch nehmen. Diese Zeit war super schwer. Ich sprach im Netz viel mit fremden Frauen, die ähnliches durchhatten. Sie bekamen ASS, auch wenn man denkt, dass man dann noch mehr blutet, haben die aufgehört zu bluten. Ich schlug dies meiner Ärztin vor aber davon wollte sie nichts hören. 

Keiner weiß, wie es ist, wenn man dauerhaft blutet. Selbst Eisen sollte ich nicht zu mir nehmen, ich solle einfach grünen Salat essen. Bis bei einer Blutuntersuchung herauskam, Überraschung, dass mein Hb Wert auf 7 gesunken war. Wer hätte es gedacht. Nach langem hin und her wechselte ich die Frauenärztin, im nächsten Quartal.

Sie meinte, sie kennt so einen Fall auch nicht. Ich solle doch mal diese Blutverdickungsmittel weglassen, wenn es besser wird, soll es wegbleiben und wenn nicht wieder nehmen. Und nach einer Woche waren die Blutungen weg. Ca. 2 bis 3 Wochen Blutungsfrei. Das war so angenehm. Dann kam der Tag, nichts ahnend und ohne Vorwarnung.

Dem Baby ging es schlechter

 

Am 28.03.2019 zwischen 17-19 Uhr hatte ich alle 5-10 min Wehen. Bei der Untersuchung ging es dem Baby aber gut. Gebärmutter war nicht verkürzt und Muttermund war zu. Danach wurden die Wehen schwächer. Dann gegen 22:30 Uhr wieder stärker. Ich bin auf Toilette gegangen und sah nur Blut, dachte, es seien wieder “nur” Sturzblutungen. Ich sagte vorsichtshalber der Schwester bescheid. Daraufhin wurde ich untersucht und man sah, dass es dem Baby schlechter ging.

Meine Fruchtblase ist geplatzt. Ich bettelte unter Tränen nach Wehenhemmer, Lungenreife aber dies durfte man mir in der Woche nicht verabreichen. Dann keine Wehen mehr. Wir hatten noch ein Funken Hoffnung, da der Muttermund zu war. Ich wurde in ein Einzelzimmer gebracht direkt neben dem Kreißsaal. Morgens bin ich auf Toilette, obwohl ich Angst hatte.

Der Herzschlag wurde schwächer

 

Da bemerkte ich etwas, was da nicht hingehörte. Ich bin weinend zur diensthabenden Hebamme (kurz vor Dienstwechsel). Nach der Untersuchung bestätigte sie, dass es ein Stück Nabelschnur sei. Mein Muttermund war plötzlich auch 2 cm offen. Nun wusste ich, dass wir nichts mehr machen konnten. Ein letzter Blick (Ultraschall) auf das Baby verriet, dass sich die Plazenta durch den Geburtsprozess anfing zu lösen und der Herzschlag des Babys schwächer wurde. Immer schwächer. Es lag im Sterben.

Die Wehen wurden stärker, zum Glück kam mein Mann rechtzeitig. Ich habe mit unserer Tagesmutti telefoniert und sie sagte, wir dürfen unseren Erstgeborenen eher bringen. Dafür war ich ihr dankbar, sonst wäre mein Mann nicht rechtzeitig da gewesen.

Die Hebamme musste uns viele Fragen stellen

 

Die neue Hebamme kam und musste uns leider auch viele Fragen stellen, z.B. ob wir selbst bestatten lassen möchten oder unser Baby in ein Sterngrab kommen soll. Ob wir psychologischen Beistand wollen. Sie hätte es uns auch nach der Geburt erzählt, aber wir wollten es vorher.

Die ganze Zeit hielt ich die Hand meines Mannes. Gegen jede Wehe versuchte ich anzukämpfen, ich wollte unser Baby nicht verlieren, aber ich war machtlos. Trotz nichts im Magen, nur der Tropf, musste ich mich zweimal übergeben. Dann kamen die Presswehen. Bei jeder Wehe weinte ich noch stärker. Bei jeder Presswehe schrie ich weinend. Es war auch ein Teil Abschied. Dann war der Popo draußen, die Hebamme hielt das Baby fest. Wir warteten auf die letzte Wehe. So kam unser Baby komplett heraus.

Ich sackte zusammen. Bekam etwas gespritzt zum Aufbau und etwas, dass die Blutung stoppte. Ich hatte mehr als 500 ml Blut verloren. Mein Mann musste meine Beine hochhalten. Plötzlich eine Nachwehe. Schnell die Beine runter und dann kam die Plazenta – mit der alles in Ordnung war.

Es ist ein Junge

 

Unsere Hebamme ging mit dem Baby, wir erfuhren, dass es ein Junge ist. Sie machte Bilder, schrieb die Karte und brachte ihn uns, nachdem sie fragte, ob wir ihn sehen möchten und wir dies bejahten unter Tränen, herein.

Sie hat ihn liebevoll in ein Deckchen und dann in ein Körbchen gepackt. Er war sehr rot, da die Haut noch durchsichtig war. Klein, unbehaart und noch kein Gramm Fett dran. Aber das war normal um diese Woche. Jetzt wäre erst das Ausreifen dran gewesen.

So lag unser zweiter Junge dann zwischen uns. Nach ein paar Stunden und nachdem mein Kreislauf wieder stabil war, bin ich mit meinem Mann heim. Ich durfte unseren Jungen bis Montag  besuchen kommen, (dann holte der Bestatter ihn ab) . Was ich tat.

Wie gern hätte ich mein Baby mit nach Hause genommen. Ihn zurück zu lassen, schmerzt einfach, fühlte sich nicht richtig an. Er sah aus, als würde er einfach schlafen. Die nächsten Tage habe ich ihn besucht, geweint, Bilder gemacht, Musik vorgespielt und geredet. Dies war auch

unser kleiner Junge Theodor Leon Kessler, geb. 29.03.2019 in der SSW 21+1. 460 g und 28 cm lang.

Wir haben ihn bei uns

 

Da er unter 500g war, haben wir ihn einäschern lassen, auf eigene Kosten und durften die Urne mit heimnehmen, so steht sie nun bei uns, mit seinem Körbchen und drei Bären bei uns im Wohnzimmer. Immer bei uns.

Nach der dritten Schwangerschaft wurde ich Mitte 2019 wieder schwanger. Wieder Blutungen und es konnte sich nicht richtig einnisten. So ging es dann ab. Das war Anfang Juli.

Meine Hormone spielten schon verrückt. Viele denken, ich hätte meinen Körper mehr Zeit geben sollen, aber daran lag es nicht. Ein Körper wird schwanger, wenn er bereit dazu ist.

Nach dem letzten frühen Abgang sind wir dann in der Kinderwunschklinik in Wetzlar vorstellig geworden. Haben alles untersuchen lassen, was ging. Wir sind beide gesund. Dann hieß es, ich solle meine „Killerzellen“ und eine Probe der Gebärmutter einschicken lassen, dies ist jedoch eine Eigenleistung und wird nicht übernommen. Aber wir wollten es machen. Irgendeinen Grund musste es doch geben. Also hieß es jetzt, auf keinen Fall schwanger werden, bis zum Termin.

Ich wurde wieder schwanger

 

Wie es der Zufall wollte, wurden wir es. Ich hatte Panik und hab angefangen zu weinen, als ich den positiven SS Test in den Händen hielt. Ich bekam Angst und Panik. Wieder Schmierblutungen. Eine Vertretungsärztin machte mir keine großen Hoffnungen, da sie nichts sah. Ich meinte aber, dass sich mein Eisprung verschoben haben muss, sonst wäre ich nicht schwanger geworden. Sie wollte mir kein Progesteron geben, da keine Eileiter-SS ausgeschlossen werden konnte und wollte, dass ich ins KH gehe, zur Überwachung. Aber ich wollte nicht schon wieder ins Krankenhaus. Ich war in letzter Zeit so oft da und ich habe unseren Erstgeborenen zuhause. Mein Mann kann nicht ständig frei nehmen.

Dann bei meiner Frauenärztin, machte ich mir keine Hoffnungen. Dann sah ich unser Baby im Ultraschall, alles war gut, bis auf ein Hämatom und einen blutigen Muttermund. Aber bis jetzt ist alles gut. Ich habe einmal meine Frauenärztin gewechselt. Aber jetzt bin ich zufrieden und trotz leichte bis mittlere Blutungen vom Muttermund ab und an, läuft alles super. Momentan befinde ich mich in einem Beschäftigungsverbot. Ich habe diesmal ein gutes Gefühl und hoffe, dass wir im Juni unseren Sohn gesund in den Armen halten können.“

Weitere Fragen zur ” stillen Geburt”

 

Karolin von Kliniktasche-geburt: Wie lief deine Schwangerschaft bis zu dem Tag, an dem du erfahren hast, dass du eine stille Geburt haben wirst?

Katharina: „Die komplette Schwangerschaft war von Beginn an sehr anstrengend und schwierig. Ich hatte seit Beginn starke Blutungen und Sturzblutungen. Ich war mit meinen Kräften am Ende. Lag nur, entweder zuhause oder im Krankenhaus. Es wurde nicht besser. Meine damalige Frauenärztin hatte mir Blutverdickungsmittel verschrieben, obwohl ich keine Gerinnungsstörung habe. Aber es besserte sich nichts. Sie hat aber auch nicht zugegeben, dass sie nicht weiterweiß und sagte einfach, ich müsste da durch. Ich habe dann gewechselt und meine neue Frauenärztin sagte, ich solle diese Tabletten weglassen und wenn es besser wird, weglassen ansonsten wieder nehmen. Siehe da, die Blutungen wurden schwächer.

Ich habe nicht gedacht, dass ich eine stille Geburt haben werde, da wir schon so weit waren und ca. zwei bis drei Wochen Blutungsfrei, gingen wir davon aus, dass jetzt alles gut verlaufen wird.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: In welcher SSW hattest du die stille Geburt?

Katharina: „21+1 SSW kam unser zweiter Sohn auf die Welt.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Wie hat deine Ärztin dich darauf vorbereitet?

Katharina: „Gar nicht.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Was hatte die stille Geburt für Ursachen bei dir?

Katharina: „Das kann keiner sagen. Keiner wusste, wieso dies geschehen ist. Das Baby war gesund. Die Wehen fingen am Spätnachmittag plötzlich an. Dadurch löste sich die Plazenta und mein Sohn starb in mir.

Geschätzt wird, dass die Plazenta nicht richtig fest sitzen konnte durch die Ausschabung zuvor. Seitdem habe ich immer alles natürlich geschehen lassen. Aber das war nur eine Vermutung. Könnte mehrere oder nur eine Ursache haben. Evtl. auch wegen meiner Blutgruppe oder weil die Natur es einfach wollte. Diese Antworten sind einem nicht genug. Man versucht mehr raus zu bekommen. Aber man weiß es einfach nicht.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Was muss in die Kliniktasche für eine stille Geburt?

Puh, gute Frage. Ich bin am gleichen Tag noch gegangen, lag nur die eine Nacht da. Konnte es da nicht ertragen. Aber auf jeden Fall Wechselkleidung und Hygieneartikel, Fotoapparat oder das Handy. Einlagen bekommt man im Krankenhaus und mir wurden sogar welche mitgegeben.

Karolin von Kliniktasche-geburt: Hast du dich im Krankenhaus gut aufgehoben gefühlt?

Katharina: „Wir hatten eine super liebe Hebamme. Eine bessere hätte ich mir nicht vorstellen können. Aber auch die Ärzte waren super lieb und selbst der Chefarzt war da. Also ja. Gut war auch, dass ich allein in einem Zimmer war.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: War dein Partner bei dir?

Katharina: „Mein Mann war bei mir, zum Glück. Er stand mir bei und gab mir Kraft. Auch wenn er selber geweint hat. Es war für uns beide schwer. Und hängt uns auch heut noch nach. Man lernt damit umzugehen aber darüber hinweg kommt man nicht. Schließlich hat man sein Kind „zu Grabe getragen“. Auch jetzt habe ich Tage, wo ich einfach weine. Ich vermisse ihn.

Karolin von Kliniktasche-geburt: Wie läuft eine stille Geburt ab?

Katharina: „Eine stille Geburt ist wie eine „richtige“ spontane Geburt. Ich hatte Wehen zur Eröffnung und dann hatte ich Presswehen. Meistens kommt das Baby zu dem Zeitpunkt mit dem Popo zuerst. Und danach die Plazenta. Ich bin froh, dass ich nicht ausgeschabt werden musste und alles natürlich herauskam.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Wie lange dauert eine stille Geburt?

Katharina: „Da der Muttermund nicht ganz 10 cm offen sein muss, also in meiner Woche, kann es schneller gehen. Aber genau sagen kann man das nicht. Ist wie eine „richtige“ Geburt. „

Karolin von Kliniktasche-geburt: Hat man dabei genauso schlimme Wehen Schmerzen, wie bei einer normalen Geburt?

Katharina: „Oh ja. Das ist genauso. Gleiche Wehen, gleicher Schmerz.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Wie ging es dir gefühlsmäßig bei der stillen Geburt?

Katharina: „Ich habe bitterlich geweint und versucht gegen die Wehen anzukämpfen. Ich wollte nicht, dass mein Baby stirbt. Aber da ist man machtlos. Ich wollte raus aus diesem Alptraum. Aber niemand kann dir da helfen, da muss man durch.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Konntet ihr euch von eurem Baby richtig verabschieden?

Katharina: „Ja. Mein Mann hat sich am selben Tag verabschiedet und machte es dann mit sich selbst aus. Er war der Fels für uns, er hielt alles am Laufen. Ich bin noch vier Tage ins Krankenhaus gegangen und habe unseren Jungen besucht. Musik vorgespielt, geredet und mit ihm Bilder gemacht. Das ist die einzige Erinnerung, die ich von ihm habe. Bis er dann vom Bestattungsunternehmen, welches wir gewählt hatten, abgeholt wurde.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Ich finde es sehr mutig und toll von dir, dass du dich wieder traust schwanger zu werden und ich wünsche mir und meinen Lesern, dass Sie genauso Mut haben wie du.

Wie hast du den Mut gefunden wieder schwanger zu werden und dich nicht unterkriegen zu lassen?

Katharina: „Der Wunsch nach einem Baby war einfach schnell wieder da. Jedoch begleitet dich die Angst jeden Tag. Man kämpft auch mit sich selbst, weil man ja nicht will, dass das Baby, was verstorben ist, denkt, dass es nichts wert war oder man es vergisst. Solche Sachen gingen zumindest bei mir im Kopf ab.

Auch die ersten Male danach mit meinem Mann zu schlafen, war schrecklich, ich habe danach jedes Mal geweint. Mein Erstgeborener tat mir so leid, da es eine kurze Zeit gab, wo ich ihn nicht so in den Arm nehmen konnte wie sonst, da ich Angst hatte auch ihn zu verlieren. Generell bekommt man viel mehr Ängste und fängt irgendwann an, mehr zu klammern. Meine private Hebamme hat mich nach der stillen Geburt begleitet und dafür bin ich ihr unendlich dankbar. Auch sie weinte mit mir und fragte auch meinen Mann, wie er sich fühlt.“

Karolin von Kliniktasche-geburt: Was möchtest du den Frauen mit auf den Weg geben, die etwas Ähnliches erlebt haben oder denen die eine stille Geburt noch vor sich haben?

Katharina: „Nehmt euch die Auszeit, die ihr braucht.

Versucht nicht gegen den Vorgang anzukämpfen, wie ich. Das macht es nur schlimmer. Und wenn ihr noch Jahre danach weint, weint. Lasst die Gefühle zu! Das ist wichtig für den Trauerprozess. Holt euch Hilfe, wenn ihr sie benötigt. Auch ich ging erst zum Psychotherapeut und nun habe ich endlich einen Platz bei einer Psychologin bekommen. So ein Erlebnis kann man nicht einfach wegstecken. Das ist eine Situation, die euch bricht und dazu könnt ihr stehen.

Versucht das Vertrauen in euren Körper wieder zu erlangen. Gebt euch nicht die Schuld! Wir sind alle Mütter- die einen haben Kinder an der Hand, die anderen im Herzen und manche haben ihre Kinder an der Hand und im Herzen.“

4.02.2020 Quelle: Eigenes Interview mit Katharina Kessler

 

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2020-02-05

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